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Für mein Mädchen
Als Du Dich in mir eingenistet hast,
konnte ich Dich noch nicht spüren
Ich konnte ja noch nicht mal
mich selbst spüren.
Aber
dann hast Du es wohl schön gefunden,
in mir zu wohnen
und richtetest Dir ein Zimmer ein.
Die Tür
hast Du einfach
zugeschlossen und mir
den Schlüssel unter`s Herz gelegt.
So wie andere Menschen
ihre Haustürschlüssel in
Blumentöpfe stecken.
Du tatest es mit einer Normalität,
als würdest Du so etwas
ständig machen.
Aber dieses Mal wohntest Du bei mir.
Mein Zimmer bot Dir anfangs genügend Platz,
bis Du angefangen hast
zu tanzen.
Ich mußte verstehen lernen,
daß man niemanden
für immer einschließen kann.
Zimmer haben Wände,
gegen die man irgendwann anrennt.
Also gab ich Dir den Schlüssel zurück.
Du nahmst ihn, wohl etwas böse,
dass ich solange damit gewartet habe.
Und entfaltetest Deine Kraft,
geschöpft aus dem Urgrund.
Uns verbindet das Mysterium der Nacht,
denn ihr Licht hast Du zuerst gesehen.
Du hattest gleich einen ganz
besonderen Kopf.
Wolltest von niemandem abhängig sein.
Und doch hast Du eine Weile unsere
Nähe genossen,
die Dir Kraft zum Leben gab.
Die weiße Kraft meines Busens ...
Jetzt tanzt Du schon
auf Deinen eigenen Beinen,
singst Lieder
mit Deinen eigenen Worten.
Und manchmal ist Dir kalt.
Komm, ich mache Dir einen
Mantel aus Mondlicht.
Vielleicht passen wir beide hinein.
Wenn Du in meinen Kopf schaust,
tasten Deine Augen jeden Winkel aus.
Dann schaust Du in Deinen eigenen,
das Leben klopft unter Deiner Haut.
Schrei heraus, was Dir nicht passt.
Du hast eine Stimme mit auf diese Welt gebracht.
Deine eigene Welt ... verlier sie nicht !
Ich mußte meine erst wieder ausgraben.
Das ist schwer,
kleines Wesen.
Der Weihnachtsmann kauft keine Geschenke.
Liebe wird zwischen den
Augen geboren.
Zu klein, um das zu verstehen ?
Du weißt es längst.
Im Sommer hast Du mir
zum ersten Mal
eine Blume geschenkt.
Wie sehr hast Du Dich selbst darüber gefreut !
Ich habe sie noch
diese winzige gelbe Blume
aus Kinderhänden.
Sie ist jetzt meine kleine Sonne,
wenn die große
anderes zu tun hat,
als für mich zu scheinen.
Wenn Du vor mir stehst
mit Deinen Sternenaugen,
möchte ich manchmal Deinen Kopf aufmachen.
Dein kleines Wesen rennt und rennt und rennt
durch Deine Wohnung.
Lauf weiter !
Träume tragen Dich durch`s All.
Du mußt Deine Geheimnisse
hinter den Augen verschließen.
Es gibt so viele,
die sie Dir nehmen wollen ...
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